Elektionsastrologie: den Zeitpunkt wählen
Die Elektionsastrologie wählt den Zeitpunkt für ein Vorhaben — eine Reise, eine Unterschrift, eine Eröffnung. Sie ist der praktischste Zweig der Astrologie und derjenige, in dem die Tradition die klarsten Regeln hinterlassen hat.
Die Grundregel
Das Horoskop des Beginns beschreibt den Verlauf der Sache. Wer den Beginn wählen kann, wählt damit die Bedingungen — soweit der gegebene Zeitraum sie hergibt.
Daraus folgt sofort die wichtigste Einschränkung: Eine Wahl arbeitet mit dem, was da ist. In drei verfügbaren Tagen lässt sich weniger erreichen als in drei Monaten, und keine Wahl verwandelt ein schlechtes Vorhaben in ein gutes.
Wie gewählt wird
Erstens: das Haus der Sache bestimmen. Eine Reise gehört zum dritten Haus (kurz) oder zum neunten (weit); ein Vertrag zum siebten; eine Eröffnung zum zehnten. Dieses Haus und sein Herrscher sollen gut stehen.
Zweitens: der Aszendent und sein Herrscher. Sie beschreiben das Vorhaben als Ganzes und die handelnde Person.
Drittens: der Mond. In der Elektion ist er der wichtigste Einzelfaktor, weil er den Verlauf trägt. Vermieden wird:
- ein leerlaufender Mond — die Sache kommt nicht in Gang;
- ein Mond, der sich einem Malefiken nähert;
- ein abnehmender Mond bei allem, was wachsen soll;
- der Mond in den Graden, die als „verbrannter Weg“ gelten, zwischen den letzten Graden der Waage und den ersten des Skorpions.
Viertens: die Malefiken von den Achsen fernhalten. Was an einer Achse steht, wirkt — und ein Malefik an der Spitze des Hauses, um das es geht, ist das, was eine Wahl vor allem verhindern soll.
Für eine Reise
Der klassische Fall, und er zeigt gut, wie eng die Regeln sind. Gewünscht sind: ein kräftiger Aszendentenherrscher, ein zunehmender und ungestörter Mond, ein guter Stand des dritten oder neunten Hauses je nach Entfernung — und, für eine Seereise, besondere Aufmerksamkeit für die Wasserzeichen und den Mond, der über das Wasser regiert.
Vermieden werden Mars an einer Achse und ein Mond im Quadrat oder in Opposition zu einem Malefiken.
Was eine Wahl nicht leistet
Sie ändert das Vorhaben nicht und sie hebt keine Nachlässigkeit auf. Ein gut gewählter Zeitpunkt für eine schlecht vorbereitete Reise ergibt eine schlecht vorbereitete Reise.
Und sie hat Vorrang nach unten: Die Tradition ist sich einig, dass eine Elektion das Geburtshoroskop der handelnden Person nicht überstimmt. Was dort nicht angelegt ist, bringt kein gewählter Augenblick hervor.
Verwandt: die Stundenastrologie — dieselbe Technik, umgekehrte Fragerichtung.