Numerologie: wie aus Geburtsdatum und Namen Zahlen werden
Numerologie ist der Versuch, Zahlen als Sprache zu lesen. Nicht als Menge, nicht als Messwert, sondern als Träger von Bedeutung. Überliefert wird dieser Gedanke seit der Schule des Pythagoras, in der Zahlenverhältnisse als Ordnungsprinzip der Welt galten, hörbar etwa in den Intervallen der Musik. Ob sich daraus Rückschlüsse auf einen einzelnen Menschen ziehen lassen, ist eine Frage der Überzeugung, keine des Beweises. Als Werkzeug zum Nachdenken über sich selbst hat die Numerologie trotzdem ihren Reiz, und sie ist erstaunlich leicht zu lernen.
Wie aus einem Geburtsdatum eine Zahl wird
Das Grundprinzip heißt Quersumme. Du addierst alle Ziffern Deines Geburtsdatums und verkürzt das Ergebnis so lange, bis eine einzige Ziffer übrig bleibt. Ein Beispiel: Bei einer Geburt am vierzehnten März neunzehnhundertneunzig ergibt die Summe aller Ziffern siebenundzwanzig, und siebenundzwanzig wird zu neun zusammengezogen. Diese Zahl nennt man Lebenszahl oder auch Schicksalszahl. Sie beschreibt in dieser Lesart nicht, was Dir zustößt, sondern die Art von Aufgabe, die Dir immer wieder begegnet.
Buchstaben werden zu Ziffern
Dieselbe Rechnung lässt sich mit einem Namen anstellen. Jedem Buchstaben wird eine Ziffer von eins bis neun zugeordnet: A bekommt die Eins, B die Zwei, und nach dem neunten Buchstaben fängt die Reihe wieder von vorn an. Aus einem Namen wird so eine Summe und daraus wieder eine einzige Ziffer. Üblich sind drei Varianten: der vollständige Geburtsname, nur die Selbstlaute und nur die Mitlaute. Die Tradition deutet sie als das, was Du nach außen zeigst, als das, was Du innerlich willst, und als den Eindruck, den andere von Dir bekommen.
Was die Zahlen von eins bis neun bedeuten sollen
- Eins steht für Anfang, Eigenwille und den Wunsch, etwas selbst zu entscheiden.
- Zwei steht für Bezogenheit, Feingefühl und das Abwägen zwischen zwei Seiten.
- Drei steht für Ausdruck, Sprache und die Lust daran, etwas sichtbar zu machen.
- Vier steht für Struktur, Geduld und den langen Atem beim Aufbauen.
- Fünf steht für Bewegung, Neugier und die Abneigung gegen enge Grenzen.
- Sechs steht für Verantwortung, Fürsorge und einen Sinn für Ausgleich.
- Sieben steht für Rückzug, Prüfen und die Neigung, den Dingen auf den Grund zu gehen.
- Acht steht für Durchsetzung, Verwaltung und den Umgang mit Mitteln und Einfluss.
- Neun steht für Abschluss, Weite und das Loslassen von Erreichtem.
Elf und zweiundzwanzig bleiben stehen
Zwei Ergebnisse werden in vielen Schulen nicht weiter verkürzt: die Elf und die Zweiundzwanzig. Man nennt sie Meisterzahlen. Die Elf gilt als gesteigerte Zwei, als starke Wahrnehmung, die sich leicht überreizt, die Zweiundzwanzig als gesteigerte Vier, als Fähigkeit, Großes praktisch umzusetzen. Wichtig ist dabei die Nüchternheit. Eine Meisterzahl ist in diesem System kein Adelstitel, sondern die Beschreibung eines Drucks. Wer damit hantiert, sollte sie nicht als Auszeichnung verstehen.
Numerologie und Astrologie nebeneinander
Beide Systeme arbeiten mit Symbolen, aber sie tun es auf völlig verschiedene Weise. Die Astrologie rechnet mit tatsächlichen Himmelspositionen zu einem Zeitpunkt, die Numerologie mit Ziffern und Buchstaben. Deshalb lassen sie sich nicht ineinander umrechnen, und wer behauptet, das eine bestätige das andere, macht es sich zu leicht. Nebeneinandergelegt können sie sich dennoch ergänzen, weil sie dieselbe Frage von zwei Seiten stellen. Wenn Du magst, vergleich einmal Deine Lebenszahl mit dem, was Dein Geburtsbild in den Horoskopen über Dein Grundthema sagt.
Wie Du mit den Ergebnissen umgehst
Nimm sie als Anstoß und nicht als Urteil. Eine Zahl kann Dir nicht sagen, welchen Beruf Du ergreifen sollst oder wen Du heiraten wirst. Sie kann Dir eine Frage stellen, auf die Du von allein nicht gekommen wärst, und manchmal reicht das vollkommen. Rechne Deine Zahlen also einmal in Ruhe aus, lies die Deutungen mit etwas Abstand und behalte, was Dir tatsächlich etwas erklärt. Alles andere darfst Du getrost liegen lassen.