Der Löwe in Liebe, Familie und Freundschaft
Über den Löwen wird meistens dort geredet, wo Publikum ist: auf der Bühne, im Beruf, an der Spitze von irgendetwas. Interessanter wird das fünfte der zwölf Sternzeichen dort, wo niemand zuschaut. Diese Seite sieht sich an, wie Menschen mit Sonne im Löwen werben, streiten, Kinder großziehen und Freundschaften halten.
Wie ein Löwe wirbt
Verstecken kann er sein Interesse schlecht. Ein Löwe, der jemanden mag, wird deutlich, oft deutlicher, als ihm hinterher lieb ist. Er fragt nicht, was man am Wochenende machen könnte, er hat sich etwas ausgedacht und schlägt es vor. Aufwand ist bei ihm eine Sprache: Er merkt sich, was Du magst, und besorgt es, und er stellt Dich anderen vor, als wärst Du eine gute Nachricht. Wer leise ist und sich langsam annähert, fühlt sich davon überfahren, und der Löwe merkt es spät: Für ihn ist die große Geste freundlich gemeint und nicht als Druck.
Wärme, Nähe, Begehren
Zuneigung ist bei diesem Zeichen körperlich gemeint: Berührung, Nähe, Wärme im wörtlichen Sinn. Dazu gehört, gewollt zu werden, und zwar ausgesprochen. Bleibt das über längere Zeit aus, zieht er sich zurück, ohne es anzukündigen, und wer ihn kennt, erkennt ihn in dieser Verfassung kaum wieder. Zurückholen lässt er sich mit wenig: einem Satz, der ihm gilt und nicht den Umständen.
Was er in der Beziehung braucht
Es geht ihm darum, sichtbar dazuzugehören. Eine Verbindung, die zu Hause herzlich ist und in Gesellschaft unkenntlich, zehrt an ihm mehr als jeder Streit; wer ihn im Freundeskreis wie ein Anhängsel behandelt, verliert ihn, ohne dass je etwas vorgefallen wäre.
Dafür hält er einiges aus. Kritik nimmt er an, wenn sie unter vier Augen kommt und der Sache gilt. Vor Publikum korrigiert zu werden ist die Ausnahme: Das versteht er als Aufkündigung der gemeinsamen Front und trägt es länger nach, als die Sache wert war.
Streit, Stolz und die Entschuldigung
Gestritten wird gerade heraus. Hinterrücks arbeitet dieses Zeichen selten; was ihn stört, kommt heraus, manchmal lauter als nötig, und ist danach erledigt. Schwieriger ist die Entschuldigung: Sie kommt bei ihm oft als Handlung statt als Satz. Er kocht, er räumt auf, er holt Dich ab, und damit soll die Sache in Ordnung sein.
Wer den Satz braucht, darf ihn ruhig verlangen; ohne Zuschauer bekommt man ihn auch. Eine Kränkung dagegen, die nie aufgelöst wurde, bleibt hier lange liegen und taucht Jahre später im Wortlaut wieder auf.
Als Mutter, als Vater
Löwen sind warme Eltern. Sie spielen mit, sie machen Geburtstage groß, sie verteidigen ihr Kind ohne Zögern, und der Stolz auf die Kinder wird auch ausgesprochen, was Kindern gut tut. Der Umschlagpunkt liegt in der Frage, wem dieser Stolz gilt. Solange er dem Kind gilt, trägt er. Sobald er dem Elternteil gilt, die guten Noten also als Beleg für die eigene Erziehung herhalten, wird aus Anerkennung eine Erwartung, und das Kind, das nichts vorzuzeigen hat, kommt schlecht weg.
Unter Freunden
Hier zeigt sich die großzügige Seite ohne Nebengeräusche. Ein Löwe hält Bekanntschaften zusammen, er trommelt Leute zusammen, wenn sonst niemand einlädt, und er setzt sich für Abwesende ein, ohne davon zu erzählen. Was er schlecht aushält, sind Freundschaften, die nur noch aus Nachrichten bestehen: Er braucht Anwesenheit, und ein Abend im Jahr wiegt bei ihm schwerer als hundert Zeilen im Telefon.
Zwei Löwen
Diese Verbindung gilt als schwierig, und das stimmt selten. Zwei Menschen, die beide gern vorne stehen, kommen gut miteinander aus, solange sie sich abwechseln können: heute sein Abend, morgen ihrer. Eng wird es erst, wenn beide denselben Raum, denselben Freundeskreis und dieselbe Aufgabe bespielen und keiner von beiden das Publikum abgeben mag.
Wenn Du einen Löwen liebst
Zwei Dinge kosten wenig und wirken. Sag ausdrücklich, dass er gemeint ist, denn Andeutungen hält er für Höflichkeit. Und nimm an, was er für Dich tun möchte; ein zurückgewiesenes Angebot trifft ihn härter als ein Nein in der Sache. Was die einzelnen Himmelskörper in einem Geburtsbild beitragen, steht unter Planeten.