Horoskopanalysen

Kabbalistische Namensanalyse: der Name vor der Zahl

Bevor ein Name zu einer Zahl wird, war er etwas anderes: ein Wort mit Geschichte. Die kabbalistische Namensanalyse übersetzt Buchstaben in Ziffern und zieht sie zu einer Summe zusammen. Diese Seite geht den umgekehrten Weg und schaut nach, was in einem Namen steckt, bevor ihn jemand ausrechnet.

Was in einem Vornamen steckt

Viele der alten deutschen Vornamen sind aus zwei Wortteilen zusammengesetzt, die einmal für sich etwas bedeuteten. In Bernhard stecken der Bär und das Harte, in Gertrud der Speer und die Kraft, in Hildegard der Kampf und der Schutz. Wörtlich gelesen hat diese Paare schon lange niemand mehr; weitergegeben wurde oft nur ein einzelner Namensteil aus der Familie, an den der zweite angehängt wurde.

Später kamen die Namen der Heiligen und der biblischen Gestalten dazu, Johannes und Maria, Peter und Elisabeth, getragen von der Taufe und vom Namenstag. Und seit dem vorigen Jahrhundert richtet sich die Vergabe vor allem nach Moden, die in Wellen kommen und gehen. An einem Vornamen lässt sich heute oft ablesen, in welchem Jahrzehnt jemand geboren wurde – womit er mehr über die Eltern verrät als über das Kind.

Und der Familienname

Familiennamen sind jünger, als viele annehmen. Sie setzten sich zwischen dem Hochmittelalter und der frühen Neuzeit durch, in den Städten früher als auf dem Land. Vier Herkünfte erklären fast alle:

Dass Müller zu den häufigsten Familiennamen im deutschen Sprachraum gehört, verrät deshalb nichts über die Menschen, die ihn heute tragen, und einiges über die Zahl der Mühlen, die es einmal gab. Ein Name dieser Art ist eine Berufsbezeichnung, die vor Jahrhunderten hängen geblieben ist.

Was die Rechnung davon mitbekommt

Nichts davon. Für die Tabelle, die jedem Buchstaben eine Ziffer zuweist, ist ein Name eine Kette von Zeichen und sonst gar nichts. Ob darin ein Bär steckt, eine Mühle oder ein Modewort aus dem Jahr der Geburt, ändert an der Summe nicht das Geringste. Zwei Namen, deren Vorgeschichte gegensätzlicher kaum sein könnte, landen ohne Weiteres bei derselben Ziffer.

Gegen das Rechnen selbst spricht das nicht. Es begrenzt nur, worüber ein Ergebnis überhaupt etwas sagen kann. Wer den Namen ausgesucht hat, gegen welchen Vorschlag er sich durchsetzte, nach welcher Großtante er vergeben wurde – all das bleibt außerhalb der Rechnung. Und oft ist es das Interessantere.

Die Fragen, die Dein Name wirklich beantwortet

Wenn Dich Dein Name beschäftigt, gibt es einen Weg, der mehr einbringt als jede Quersumme: nachfragen, solange es jemanden gibt, den man fragen kann. Wer hat ihn ausgesucht? Wer wollte einen anderen? Gab es in der Familie einen Namen, der über Generationen weitergereicht wurde, und einen, der nach einem Zerwürfnis nie wieder vergeben wurde?

Ergiebig ist auch die Frage, wie Dein Name im Alltag behandelt wird. Wird er ständig falsch geschrieben? Musst Du ihn jedes Mal buchstabieren? Klingt er in einer anderen Sprache nach etwas, das Du dort erst erklären musst? Das sind Erfahrungen, die einen Menschen tatsächlich prägen, und sie kommen in keiner Ziffer vor.

Was bleibt

Ein Name ist etwas Bescheideneres, als die Zahlendeutung ihm zutraut, und trotzdem nicht wenig: das erste Geschenk, das die meisten Menschen bekommen, ausgesucht von Leuten, die sie noch gar nicht kannten und schon etwas mit ihnen vorhatten.

Wer wissen will, was ein Familienname über die eigenen Vorfahren erzählt, kommt mit alten Kirchenbüchern und Verzeichnissen weiter als mit einer Buchstabensumme: Dort stehen Orte, Berufe und Wege, die tatsächlich jemand gegangen ist. Und wenn Dich eher beschäftigt, was sich aus Zeit und Ort Deiner Geburt lesen lässt, fängst Du unter Astrologie an.