Horoskopanalysen

Die Geburtstabelle in der Astrologie: Dein Horoskop im Detail

Das Horoskop in der Zeitung braucht genau eine Angabe von Dir: Deinen Geburtstag. Ein Geburtshoroskop, in der älteren Sprache auch Geburtstabelle genannt, braucht drei – Datum, Uhrzeit und Ort. Dieser kleine Unterschied ist der entscheidende: Er trennt eine Aussage über ein Zwölftel der Menschheit von einer Aussage über einen einzigen Menschen.

Was eine Geburtstabelle überhaupt darstellt

Eine Geburtstabelle ist eine Momentaufnahme des Himmels. Sie hält fest, wo Sonne, Mond und Planeten in der Sekunde Deiner Geburt vom Ort Deiner Geburt aus gesehen standen. Dargestellt wird das als Kreis, unterteilt in zwölf Tierkreiszeichen und zwölf Häuser. Dazu kommen die Winkel, die die Himmelskörper untereinander bilden – in der Fachsprache die Aspekte.

Daraus ergibt sich ein Geflecht aus mehreren hundert Einzelangaben. Das Zeitungshoroskop arbeitet mit einer davon, nämlich mit der Stellung der Sonne. Es ist deshalb nicht falsch, sondern unvollständig, etwa so wie eine Personenbeschreibung, die nur die Haarfarbe nennt. Sie stimmt – sie reicht nur nicht, um jemanden in der Menge zu erkennen.

Warum die Uhrzeit den Ausschlag gibt

Die Erde dreht sich, und mit ihr wandert der gesamte Tierkreis über den Horizont; in etwa vier Minuten rückt das Bild um ein Grad weiter. Zwei Kinder, die am selben Tag in derselben Klinik zur Welt kommen, aber zwei Stunden auseinander, bekommen deshalb verschobene Häuser und oft sogar einen anderen Aszendenten.

Der Aszendent ist jener Punkt des Tierkreises, der im Moment der Geburt am östlichen Horizont aufsteigt. Er gilt in der Deutung als die Art, wie ein Mensch nach außen tritt und wie die Welt ihn zuerst wahrnimmt. Weil er sich so schnell bewegt, ist er ohne genaue Uhrzeit nicht seriös zu bestimmen. Wer sich dafür interessiert, findet die Einzelheiten unter Aszendent.

Und wenn die Uhrzeit fehlt? Dann bleibt eine Berechnung möglich, nur mit eingeschränkter Aussagekraft: Die Stellungen der langsameren Planeten stimmen weiterhin, alles von der Tagesdrehung Abhängige bleibt unscharf. Ein Blick in die Geburtsurkunde lohnt sich daher fast immer.

Welche Fragen ein vollständiges Geburtsbild berührt

Eine Geburtstabelle liefert keine Prophezeiung. Was sie liefert, ist eine Beschreibung von Anlagen, Spannungen und Mustern. Typische Bereiche, die in einer Deutung zur Sprache kommen:

Der Nutzen liegt selten in der Überraschung. Die meisten Menschen erfahren beim Deuten ihres Geburtsbildes nichts völlig Neues über sich; sie bekommen Worte für etwas, das sie längst gespürt haben, und damit eine Handhabe.

Was die Deutung vom Rechnen unterscheidet

Die Berechnung selbst dauert heute Sekunden; Tabellen und Software liefern die Positionen auf die Bogenminute genau. Die eigentliche Arbeit beginnt danach, denn eine Geburtstabelle ist kein Text, den man vorliest, sondern ein Gefüge, in dem sich Aussagen gegenseitig relativieren. Ein Merkmal, das für Zurückhaltung spricht, kann durch eine andere Stellung deutlich abgeschwächt werden. Wer nur einzelne Bausteine aneinanderreiht, kommt zu widersprüchlichem Unsinn; wer das Bild als Ganzes liest, erkennt, welches Motiv sich durchzieht.

Wie Du selbst damit anfängst

Der sinnvollste Einstieg ist, sich das eigene Bild einmal ausrechnen zu lassen und es dann Stück für Stück zu erkunden: zuerst Sonne, Mond und Aszendent, danach die einzelnen Planeten, zuletzt die Häuser und Aspekte. Wer alles auf einmal verstehen will, verliert sich. Wer sich ein Element pro Woche vornimmt, hat nach einem halben Jahr ein erstaunlich klares Bild.

Bleib dabei nüchtern. Ein Geburtsbild beschreibt Voraussetzungen, keine Urteile. Es sagt nichts darüber, was aus Dir wird, sondern etwas darüber, mit welchem Material Du arbeitest. Diese Unterscheidung ist nicht bloß eine Höflichkeitsformel – sie ist der Grund, warum die Beschäftigung mit dem eigenen Bild nützlich sein kann, statt einengend zu wirken.