Der Elementeschlüssel
Vier Zahlen, mehr ist der Elementeschlüssel zunächst nicht: wie viel Feuer in einem Geburtsbild steht, wie viel Erde, wie viel Luft, wie viel Wasser. Zusammengetragen sind sie schnell. Die eigentliche Frage kommt danach – was vier Zahlen über einen Menschen tragen können und ab welcher Stelle sie in die Irre führen.
Was gezählt wird
Gezählt werden die zehn Himmelskörper, mit denen die Deutung arbeitet: Sonne und Mond – die laufen in der Astrologie unter „Planeten“ mit, auch wenn die Astronomie anders sortiert –, dazu Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto. In den meisten Schulen kommen zwei Punkte hinzu, die gar keine Körper sind: der Aszendent und die Himmelsmitte. Macht zwölf Eintragungen, verteilt auf vier Elemente.
Drei je Element wäre die gleichmäßige Verteilung, vier sind noch nichts Besonderes. Bei sechs oder sieben in einem Element wird es deutlich, bei null oder eins ebenfalls, nur in die andere Richtung. Dieselbe Rechnung lässt sich mit den drei Qualitäten anstellen, also mit kardinal, fix und veränderlich.
Drei Dinge, die die Zählung verzerren
Die zwölf Eintragungen sind keine zwölf unabhängigen Stimmen, und darin liegt der häufigste Denkfehler. Merkur entfernt sich von der Sonne nie weiter als achtundzwanzig Grad, Venus nie weiter als etwa siebenundvierzig. Merkur steht deshalb immer im Sonnenzeichen oder im Zeichen daneben, Venus höchstens zwei Zeichen weiter. Eine Sonne im Feuer bringt mit einiger Wahrscheinlichkeit zwei weitere Feuer-Eintragungen mit: Aus einer einzigen Angabe werden drei, und der Schlüssel zählt sie alle einzeln.
Das Zweite sind die langsamen Planeten. Uranus braucht rund sieben Jahre für ein Zeichen, Neptun ungefähr vierzehn, Pluto je nach Bahnabschnitt zwölf bis über dreißig. Wer wenige Jahre vor oder nach Dir geboren ist, hat sie in denselben Zeichen. Diese drei Eintragungen sagen etwas über einen Jahrgang und nichts darüber, was Dich von Deinen Klassenkameraden unterscheidet.
Und drittens hängen Eintragungen an der Uhrzeit. Aszendent und Himmelsmitte wandern mit der Erddrehung mit; im Schnitt steht alle zwei Stunden ein anderes Zeichen am östlichen Horizont. Der Mond legt an einem Tag gut dreizehn Grad zurück und wechselt an manchen Geburtstagen im Lauf des Tages das Zeichen. Ohne genaue Geburtszeit ist der Schlüssel darum nicht falsch, aber unscharf.
Sechs im Feuer sind nicht immer dasselbe
Daraus ergibt sich der eigentliche Umgang mit dem Ergebnis. Nimm zwei Geburtsbilder, die beide sechs Eintragungen im Feuer zeigen. Im ersten steht die Sonne dort, mit ihr Merkur und Venus, dazu der Mond, die Himmelsmitte und ein feuriges Aufgangszeichen. Im zweiten kommen die sechs aus Uranus, Neptun und Pluto – also aus dem Geburtsjahrzehnt – sowie aus Mars, Jupiter und Saturn, während Sonne, Mond und Aszendent in Wasserzeichen stehen.
Die Zahl ist dieselbe, die beiden Menschen haben wenig gemein. Sie sagt, wie oft ein Element vorkommt, und nicht, wo es steht. Wer einen Schlüssel liest, sieht sich deshalb nicht die größte Zahl an, sondern die Liste dahinter.
Wozu vier Zahlen dann gut sind
Als Befund taugen sie nicht, als Einstieg sehr wohl. Sie zeigen in wenigen Sekunden, welche Ecke eines Geburtsbildes besetzt ist und welche leer bleibt, und sie liefern die Fragen, mit denen die Arbeit anfängt. Warum steht so viel in einem einzigen Element? Hängt das an einer einzelnen Stellung oder am Geburtsjahrzehnt? Und deckt sich die Auskunft mit der zweiten Zählung nach den Qualitäten oder widerspricht sie ihr?
Ein sauber gerechneter Schlüssel hält diesen Fragen stand; einer aus einer geschätzten Geburtszeit wird spätestens beim Aszendenten wacklig. Was jedes einzelne Element beschreibt, steht bei den vier Elementen, und was der Aszendent überhaupt ist, an eigener Stelle. Für den eigenen Schlüssel brauchst Du zuerst ein vollständig gerechnetes Geburtsbild – wie so eines entsteht, zeigen die Horoskope.