Hochzeitshoroskop: Ist ein Sternzeichen für die Ehe gemacht?
So alt wie die Zeitungshoroskope ist die Frage, ob eines der zwölf Zeichen sich besser zum Heiraten eignet als die übrigen. Die ehrliche Antwort lautet nein. Kein Zeichen heiratet besser als ein anderes, keines hält länger durch, und es gibt keine Kombination, die scheitern muss. Was es gibt, sind unterschiedliche Vorstellungen davon, was Verbindlichkeit bedeutet — und genau darüber gibt ein Horoskop Auskunft.
Zwei ganz verschiedene Dinge heißen Hochzeitshoroskop
Das erste ist der Vergleich zweier Geburtsbilder, in der Fachsprache Synastrie. Zwei Menschen, zwei Horoskope, und die Frage, wie die beiden Zeichnungen aufeinander reagieren.
Das zweite ist das Horoskop des Hochzeitstags selbst: das Bild des Himmels für den Moment, in dem das Ja-Wort fällt. Diese Technik heißt Wahlastrologie, und sie fragt nicht nach den Beteiligten, sondern nach dem Zeitpunkt. Im Alltag wird beides durcheinandergeworfen, obwohl es zwei völlig verschiedene Auskunftsarten sind.
Was beim Vergleich zweier Horoskope zählt
Das Sonnenzeichen ist dabei nur ein Punkt unter vielen — und selten der wichtigste.
- Der Mond beschreibt das Bedürfnis nach Sicherheit und die Art, auf Stimmungen zu reagieren. Im gemeinsamen Alltag reibt sich fast nie die Sonne, fast immer der Mond.
- Venus und Mars stehen für Zuneigung und Begehren: wofür sich jemand erwärmt und wie er darauf zugeht.
- Deszendent und siebtes Haus zeigen, was Du Dir von einem Gegenüber erhoffst — oft etwas, das Du selbst wenig lebst.
- Saturn ist der eigentliche Ehe-Faktor: Dauer, Verantwortung, das Aushalten unbequemer Phasen. Ohne Saturnbezug bleibt vieles Verliebtheit, mit zu viel davon wird es schwer.
- Merkur entscheidet darüber, ob ein Streit geklärt oder nur wiederholt wird.
Erst aus dem Zusammenspiel dieser Punkte entsteht ein Bild, und dieses Bild ist nie eine Note. Es zeigt, wo zwei Menschen sich mühelos verstehen und wo sie sich Arbeit einhandeln — mehr nicht, aber auch nicht weniger.
Warum „Stier und Krebs passen zusammen“ zu kurz greift
Solche Sätze vergleichen von zwei ganzen Horoskopen jeweils einen einzigen Faktor. Zwei Menschen desselben Sonnenzeichens können gegensätzlicher kaum sein, sobald Mond, Aszendent und die persönlichen Planeten dazukommen. Kompatibilitätstabellen sind darum ein netter Zeitvertreib und eine schlechte Entscheidungsgrundlage.
Der Termin: was die Wahlastrologie beim Hochzeitstag beachtet
Wer sich das Datum aussuchen kann, schaut üblicherweise auf einige wenige Dinge: auf einen Mond, der im Lauf des Tages noch einen klaren Bezug bildet, statt schon leer zu laufen, auf eine Venus, die nicht rückläufig ist, auf den Aszendenten der Trauungsminute und auf das siebte Haus.
Bei aller Sorgfalt gilt: Ein gut gewählter Termin trägt keine Ehe, und ein ungünstiger ruiniert keine. Die Wahl des Zeitpunkts ist eine Geste, kein Fundament. Wenn der Tag, an dem beide Familien können, astrologisch mittelmäßig aussieht, nimm den Tag, an dem beide Familien können.
Was ein Hochzeitshoroskop nicht leistet
Es sagt nicht voraus, ob eine Ehe hält. Es liefert keinen Grund, jemanden zu verlassen, und keinen, jemanden zu heiraten. Und die Ausgangsfrage beantwortet es nicht so, wie sie gestellt war: Nicht das Zeichen macht jemanden ehefähig, sondern die Bereitschaft, den Teil der Arbeit zu übernehmen, den das eigene Bild anzeigt.
Wenn Dich der Aufbau der zwölf Zeichen interessiert, findest Du ihn unter Sternzeichen; die verschiedenen Horoskopformen sind unter Horoskope zusammengestellt.