Die kabbalistische Namensanalyse: wie sie gerechnet wird
Die Namensanalyse übersetzt die Buchstaben eines Namens in Zahlen und deutet das Ergebnis. Der Rechenweg ist in wenigen Zeilen erklärt; interessanter ist, was er voraussetzt.
Woher das kommt
Im Hebräischen gibt es keine eigenen Ziffern — Zahlen werden mit Buchstaben geschrieben. Jedes Wort hat damit zwangsläufig auch einen Zahlwert, und die Gematrie nutzt das, um Wörter gleichen Werts miteinander in Beziehung zu setzen.
Das ist eine Deutungspraxis innerhalb einer Schrifttradition, an einem festen Text, in einer Sprache, deren Buchstaben diese Werte tatsächlich tragen.
Die moderne Namensanalyse überträgt die Idee auf das lateinische Alphabet, indem sie A bis I die Zahlen 1 bis 9 zuordnet, J bis R wieder 1 bis 9, S bis Z ebenso. Diese Zuordnung ist eine Setzung des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie hat mit der hebräischen Gematrie den Gedanken gemeinsam, aber nicht die Grundlage.
Der Rechenweg
- Jeden Buchstaben des Namens in seine Zahl übersetzen.
- Alle Zahlen addieren.
- Die Summe durch Quersumme reduzieren, bis eine Zahl von 1 bis 9 bleibt. Die Meisterzahlen 11, 22 und 33 werden in den meisten Systemen nicht weiter reduziert.
- Getrennt davon rechnet man häufig die Seelenzahl nur aus den Vokalen und die Ausdruckszahl nur aus den Konsonanten.
Die Entscheidung, die vorher fällt
Welcher Name gilt? Diese Frage muss vor dem Rechnen beantwortet und begründet werden, denn jede Antwort liefert ein anderes Ergebnis:
- Geburtsname oder heutiger Name;
- mit oder ohne zweite Vornamen;
- Umlaute als ä oder als ae — ein Unterschied von mehreren Punkten;
- ein Name in einer anderen Schrift: die Umschrift entscheidet über das Ergebnis.
Wer die Regel erst festlegt, nachdem er mehrere Varianten gerechnet hat, findet immer eine, die passt. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen einem Verfahren und einer Suche.
Das Verhältnis zur Astrologie
Beide werden oft zusammen angeboten und stehen methodisch weit auseinander. Ein Horoskop beruht auf einer astronomischen Lage, die unabhängig davon besteht, wie jemand heißt oder wie ein Datum geschrieben wird. Eine Namenszahl beruht auf einer Schreibweise. Das ist kein Werturteil — aber es ist ein Unterschied, den man kennen sollte.
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