Horoskopanalysen

Zahlenmystik

Zahlenmystik deutet Zahlen als Träger von Bedeutung — die Zahl eines Geburtsdatums, die Zahl eines Namens. Sie wird oft neben der Astrologie angeboten, ist aber ein eigenes System mit eigener Herkunft.

Woher die Verfahren stammen

Zwei Wurzeln sind erkennbar.

Die pythagoreische. In der griechischen Tradition ist die Zahl das Prinzip, aus dem die Ordnung der Dinge hervorgeht. Verhältnisse — die Oktave als 2:1, die Quinte als 3:2 — beschreiben Harmonie messbar. Daraus wurde die Vorstellung, dass Zahlen selbst Eigenschaften tragen.

Die alphabetische. Griechisch und Hebräisch schrieben Zahlen mit Buchstaben. Jedes Wort hatte damit unvermeidlich auch einen Zahlwert. Aus dieser Eigenart der Schrift entstanden Verfahren wie die Gematrie — und aus ihnen die modernen Namenszahlen.

Die üblichen Verfahren

Zwei Voraussetzungen, die man kennen sollte

Die Namenszahl hängt von der Schreibweise ab. Ein anderes Alphabet, eine andere Umschrift, ein Geburtsname statt eines angenommenen Namens — jedes Mal ergibt sich eine andere Zahl. Wer mit Namenszahlen arbeitet, muss vorher festlegen, welcher Name gilt, und das begründen können.

Die Lebenszahl hängt vom Kalender ab. Die Quersumme eines Datums setzt voraus, dass die Schreibweise dieses Datums selbst bedeutsam ist. Dasselbe Ereignis hat im julianischen Kalender eine andere Quersumme als im gregorianischen — und in einem nicht-westlichen Kalender wieder eine andere.

Das ist kein Einwand gegen die Sache, aber es ist ein Unterschied zur Astrologie: dort wird eine astronomische Lage berechnet, die von der Schreibweise des Datums unabhängig ist. In der Zahlenmystik ist die Notation selbst der Gegenstand.

Warum neun Zahlen

Weil das Dezimalsystem zehn Ziffern hat und die Null in diesen Verfahren nicht gedeutet wird. Die Zahl neun ist also keine Eigenschaft der Welt, sondern eine Eigenschaft unserer Schreibweise — in einem Zwölfersystem ergäbe dieselbe Methode elf Grundzahlen.

Wer das weiß, kann mit den Verfahren arbeiten, ohne ihnen mehr zuzuschreiben, als sie tragen.

Verwandt: Okkultismus und die astrologischen Symbole.