Horoskopanalysen

Intuition als Beratungsleistung: was sich prüfen lässt

Neben der Astrologie wird häufig „intuitive Beratung“ angeboten — eine Auskunft, die sich nicht auf ein Verfahren stützt, sondern auf die Wahrnehmung der beratenden Person. Es lohnt zu trennen, was daran belegt ist.

Was Intuition tatsächlich ist

Die Forschung beschreibt Intuition als rasche Mustererkennung auf der Grundlage von Erfahrung. Sie ist real, sie ist messbar, und sie ist in manchen Bereichen der bewussten Abwägung überlegen — vor allem dort, wo jemand über Jahre viele Fälle gesehen hat und die Rückmeldung schnell und eindeutig war.

Genau diese beiden Bedingungen sind entscheidend. Wo sie erfüllt sind — bei erfahrenen Ärzten, Feuerwehrleuten, Schachspielern —, ist intuitives Urteil erstaunlich verlässlich. Wo sie fehlen, ist es nicht besser als Raten, und die Sicherheit des Urteils nimmt trotzdem zu.

Der unbequeme Punkt

Das Gefühl, richtig zu liegen, und das Richtigliegen hängen schwächer zusammen, als man erwartet. Das ist eines der robustesten Ergebnisse der Urteilsforschung, und es betrifft jeden — auch den, der es kennt.

Für eine Beratung heißt das: Die Überzeugtheit der beratenden Person ist kein Anhaltspunkt für die Güte der Auskunft. Eher im Gegenteil, denn wer sich seiner Grenzen bewusst ist, klingt weniger sicher.

Woran sich ein Angebot beurteilen lässt

Warum wir das hier schreiben

Weil die Astrologie an dieser Stelle etwas zu verlieren hat. Sie hat eine nachrechenbare Grundlage: Zwei Astrologen mit denselben Geburtsdaten erhalten dasselbe Horoskop. Über die Deutung streiten sie, über die Berechnung nicht.

Das ist ihr einziger Vorzug gegenüber einer bloßen Behauptung — und er geht verloren, sobald sie mit Verfahren vermengt wird, die ihn nicht haben.

Verwandt: woran man eine seriöse Beratung erkennt.