Horoskopanalysen

Sternzeichen Schütze: Weite, Sinn und eine unbequeme Ehrlichkeit

Der Schütze ist das neunte Zeichen des Tierkreises. Die Sonne tritt Ende November in dieses Zeichen ein und verlässt es zur Wintersonnenwende – in den Wochen also, in denen es früh dunkel wird und die meisten Menschen anfangen, über das nächste Jahr nachzudenken. Für ein Zeichen, das gern nach vorn schaut, ist das kein schlechter Platz im Kalender.

Feuer, veränderlich, Jupiter

Drei Angaben ordnen den Schützen ein, und zusammen beschreiben sie ihn bereits ziemlich genau.

Bewegliches Feuer, das nach Sinn fragt – mehr braucht es als Grundriss nicht.

Woran Du ihn erkennst

Am zuverlässigsten nicht am Fernweh, sondern an den Fragen. Warum machen wir das so? Was soll am Ende dabei herauskommen? Anstrengung hält dieses Zeichen gut aus, solange sie irgendwohin führt; die Geduld verliert es bei Aufgaben, deren Zweck ihm niemand erklären kann.

Gelernt wird hier im Gehen: im Gespräch, auf der Fahrt, beim Ausprobieren. Dazu kommt eine Großzügigkeit, die nicht nachrechnet, mit Zeit, mit Geld und mit Zutrauen. Wer in einer misslichen Lage steckt, bekommt hier eher ein Angebot als ein Urteil.

Die Geradheit und ihr Preis

Der Ruf, unbequem ehrlich zu sein, ist verdient. „Ich sage halt, was ich denke“ gehört zu den Sätzen, die man von diesem Zeichen am häufigsten hört, und er ist ernst gemeint: Verstellung erscheint dem Schützen als eine Form von Unhöflichkeit.

Über die Wirkung entscheidet allerdings nicht die Absicht. Eine zutreffende Beobachtung im falschen Moment bleibt zutreffend und ist trotzdem zu nichts zu gebrauchen. Der Unterschied zwischen offen und rücksichtslos liegt selten im Inhalt und fast immer in der Frage, ob der andere damit gerade etwas anfangen kann.

Wo es kippt

Die Schwierigkeiten dieses Zeichens entstehen fast alle aus derselben Bewegung: Es nimmt sich zu viel vor. Angefangene Vorhaben stapeln sich, Zusagen ebenso, und der Kalender ist für jemanden mit doppelter Ausdauer gemacht.

Dazu kommt die Neigung zur Belehrung: Aus Überblick wird leicht Rechthaberei und aus einer Überzeugung ein Vortrag, der keine Rückfragen mehr zulässt. Und es gibt die Versprechen, die im Moment des Aussprechens vollkommen ernst gemeint waren und später an der Woche scheitern, in der sie eingelöst werden müssten.

Was dagegen hilft, ist nicht weniger Weite. Es ist ein Vorhaben, das groß genug ist, um über Monate hinweg interessant zu bleiben, und es sind ein paar Menschen, die freundlich nachfragen, was aus der Idee vom letzten Frühjahr geworden ist.

Der Bogen und der Blick nach draußen

Dargestellt wird das Zeichen als Bogenschütze, in den meisten Überlieferungen als Wesen, das zur Hälfte Pferd ist. Das Bild trifft die Sache: Der Blick geht weit über das hinaus, was in Reichweite liegt, und trotzdem steht dieses Wesen mit vier Beinen auf dem Boden.

In Richtung des gleichnamigen Sternbilds liegt das Zentrum unserer Galaxie; das Band der Milchstraße ist dort besonders dicht. Zu sehen ist das bei uns in den kurzen Nächten des Sommers, tief über dem Südhorizont. Im Dezember steht dieses Sternbild zu dicht bei der Sonne, um sichtbar zu sein.

Was das Zeichen braucht

Raum, ein Ziel in angemessener Entfernung und Gesellschaft, die Widerspruch verträgt. Wer einen Schützen halten will, gibt ihm etwas zu tun, das größer ist als der nächste Monat.

Begegnet Dir an einem Schützen etwas, das hier gar nicht vorkommt, liegt das meistens an Jupiter: Wo und wie er im Geburtsbild steht, entscheidet, wie viel von alldem überhaupt zum Vorschein kommt – nachzulesen unter Planeten. Die übrigen elf Zeichen und ihre Verteilung auf die vier Elemente findest Du unter Sternzeichen.