Horoskopanalysen

Neumond und Vollmond in der Fische-Zeit

· Horoskop

In den Wochen vor Frühlingsbeginn stehen in Horoskoptexten regelmäßig zwei Überschriften, und zwar im Abstand von etwa zwei Wochen: „Neumond in den Fischen“ und danach „Vollmond in der Jungfrau“. Das liest sich wie zwei voneinander unabhängige Nachrichten. Es ist zweimal dieselbe Sache von zwei Seiten, und dass ausgerechnet diese beiden Zeichen genannt werden, stand schon vorher fest.

Eine Mondphase ist ein Winkel

Vom Mond ist immer eine Hälfte beschienen und eine dunkel. Wie viel wir von der beschienenen sehen, hängt einzig davon ab, wie er von der Erde aus zur Sonne steht. Liegen beide in derselben Richtung, kehrt er uns die dunkle Seite zu: Neumond. Liegen sie einander gegenüber, blicken wir voll auf die helle: Vollmond. Alles dazwischen ergibt Sicheln und Halbmonde.

Die Astrologie misst genau diesen Abstand, nur in Graden des Tierkreises — null beim Neumond, hundertachtzig beim Vollmond. Eine Phase ist deshalb keine Eigenschaft des Mondes, sondern eine Angabe über zwei Himmelskörper zugleich. Daher kommt in solchen Meldungen immer ein Zeichen vor, von dem gar nicht die Rede zu sein schien.

Warum der Neumond das Zeichen der Sonne trägt

Für die Fische-Zeit folgt daraus sofort etwas. Solange die Sonne durch diesen Abschnitt läuft, steht der Mond im Augenblick des Neumonds auf demselben Grad wie sie, also ebenfalls in den Fischen. Ein Neumond dieser Wochen kann in keinem anderen Zeichen stattfinden. Benannt ist er nach der Sonne, nicht nach dem Mond, auch wenn der Name das Gegenteil nahelegt.

Wie oft das vorkommt, ergibt sich aus zwei Zeitmaßen, die fast gleich lang sind: Für ein Zeichen braucht die Sonne knapp einen Monat, und bis der Mond wieder neu ist, vergehen gut neunundzwanzigeinhalb Tage. In der Regel fällt deshalb genau ein Neumond in die Fische-Zeit, gelegentlich keiner und gelegentlich zwei, je nachdem, wie die beiden Takte gerade zueinander stehen.

Der Vollmond steht gegenüber

Gut zwei Wochen später hat der Mond die halbe Runde hinter sich und steht der Sonne gegenüber. Von den Fischen aus sind hundertachtzig Grad die Jungfrau. Deshalb trägt der Vollmond dieser Wochen Jahr für Jahr denselben Namen, und dasselbe Muster läuft durch den ganzen Kalender: Der Vollmond der Widder-Zeit steht in der Waage, der der Stier-Zeit im Skorpion. Das Paar wechselt mit der Jahreszeit und mit nichts sonst.

Nachsehen kannst Du das ohne jede Tabelle. Ein Vollmond geht auf, während die Sonne untergeht, und steht um Mitternacht am höchsten. Am Himmel nimmt er ungefähr den Platz ein, an dem die Sonne ein halbes Jahr später tagsüber steht: im Winter hoch, im Sommer flach. Wer im März am Abend nach draußen geht und den vollen Mond im Osten aufgehen sieht, sieht die Opposition, von der die Texte reden.

Was das für eine Geburt in dieser Zeit heißt

Die Phase sagt Dir auch etwas über Dein eigenes Bild, und zwar ohne Rechnung. Steht Deine Sonne in den Fischen und bist Du an einem Neumond zur Welt gekommen, dann steht Dein Mond fast sicher ebenfalls dort. Beide Lichter im selben Abschnitt heißt: keine zweite Farbe, die dagegenhält. Bist Du am Vollmond geboren, steht er in der Jungfrau, also genau gegenüber; die Überlieferung liest darin eine Spannung, die zwischen zwei Ansprüchen auszuhalten ist.

Zwischen diesen beiden Terminen gilt dasselbe abgestuft: Je weiter Dein Geburtstag vom letzten Neumond entfernt liegt, desto weiter stehen die beiden in Deinem Bild auseinander. Ein Blick in einen Mondkalender auf Dein Geburtsdatum genügt, um das abzuschätzen, lange bevor irgendetwas gerechnet ist.

Gegenüber dem meisten, was in einer Horoskopspalte steht, hat diese eine Angabe einen Vorzug: Du kannst sie ansehen, statt sie zu glauben. Wo Neptun gerade läuft, lässt sich am Fenster nicht kontrollieren, die Mondphase schon. Was über Sonne und Mond hinaus in einem Geburtsbild steht, findest Du unter Planeten; wie die zwölf Abschnitte des Kreises angeordnet sind, unter Sternzeichen.