Welches Tier versteckt sich in Deinem Herzen?
„Welches Tier versteckt sich in Deinem Herzen?“ — der Satz klingt nach einem hübschen Bild, meint aber etwas ganz Handfestes. In der chinesischen Astrologie trägst Du nicht ein Tier, sondern vier. Und das Tier, das die Überlieferung im Herzen verortet, ist gerade nicht jenes, das Du nennst, wenn Dich jemand nach Deinem Zeichen fragt.
Vier Tiere, nicht eines
Bekannt ist fast immer nur das Tier des Geburtsjahres. Es ist die Außenseite: das, was andere an Dir ablesen, bevor sie Dich näher kennen. Daneben stehen drei weitere Ebenen, jede mit einem eigenen Tier.
- Das Jahrestier — der erste Eindruck und die Rolle in größeren Gruppen.
- Das Monatstier — das innere Tier: Dein Umgang mit Nähe, Familie, Alltag.
- Das Tagestier — wer Du für Dich selbst bist und wie Du Dich in einer Partnerschaft bewegst.
- Das Stundentier — das verborgene. Es zeigt sich selten, übernimmt aber die Führung, wenn es eng wird. Das ist das Tier im Herzen.
Dass diese vier verschieden ausfallen können, erklärt die häufigste Enttäuschung mit dem chinesischen Horoskop: Die Beschreibung des Jahrestiers passt oft nur halb, weil sie nur ein Viertel abdeckt.
Die zwölf Tiere in je einem Satz
- Ratte — wach und schnell im Urteil, findet Gelegenheiten, wo andere Gedränge sehen.
- Büffel — ausdauernd und verlässlich, liefert Ergebnisse statt Ankündigungen.
- Tiger — mutig und sprunghaft, braucht eine Sache, die den Einsatz lohnt.
- Hase — taktvoll und konfliktscheu, ändert lieber die Umgebung als die Tonlage.
- Drache — auffallend und großzügig mit Plänen, schwer zu übersehen, schwer zu bremsen.
- Schlange — beobachtet lange, spricht wenig, entscheidet dann in einem Zug.
- Pferd — unternehmungslustig und gesellig, kann alles außer stillsitzen.
- Ziege — gestaltend und mitfühlend, empfindlich gegenüber rauen Tönen.
- Affe — einfallsreich und verspielt, findet den Umweg, der am Ende kürzer ist.
- Hahn — genau und ordentlich, sagt Unbequemes geradeheraus.
- Hund — loyal und gerechtigkeitsempfindlich, misstrauisch gegen große Versprechen.
- Schwein — gutmütig und genussfähig, nimmt Menschen erst einmal so, wie sie sind.
Wenn die vier nicht zusammenpassen
Interessant wird es, wenn Jahr und Stunde weit auseinanderliegen. Ein Hase-Jahr mit einer Tiger-Stunde beschreibt jemanden, der lange freundlich verhandelt und dann, wenn es ernst wird, überraschend rasch zupackt. Ein Drache-Jahr mit einer Ziege-Stunde wirkt nach außen groß und selbstsicher, braucht aber mehr Zuspruch, als man ihm ansieht. Daran hängt der Ausdruck vom verborgenen Tier: Fremde bekommen es zuletzt zu sehen, nahe Menschen nennen es zuerst.
Die Legende vom Wettlauf
Warum ausgerechnet diese Reihenfolge? Erzählt wird sie als Wettlauf: In der einen Fassung ruft Buddha die Tiere zu sich, in der anderen der Jadekaiser; wer zuerst eintrifft, bekommt das erste Jahr. Die Ratte lässt sich vom Büffel über den Fluss tragen und springt kurz vor dem Ufer ab — deshalb steht sie vorn. Die Katze verpasst den Termin und fehlt seither.
Astrologisch erklärt das nichts; als Merkhilfe ist es unschlagbar. Woher der Zyklus stammt und wie er gerechnet wird, steht auf der Seite zur chinesischen Astrologie.
So findest Du Dein Tier im Herzen
Das Stundentier hängt an der Geburtszeit, genauer an den zwölf Doppelstunden. Die Stunde der Ratte liegt um Mitternacht herum und reicht von 23 bis 1 Uhr; danach folgen Büffel 1 bis 3, Tiger 3 bis 5, Hase 5 bis 7, Drache 7 bis 9, Schlange 9 bis 11, Pferd 11 bis 13, Ziege 13 bis 15, Affe 15 bis 17, Hahn 17 bis 19, Hund 19 bis 21 und Schwein 21 bis 23 Uhr.
Zwei Dinge lohnt es zu prüfen, bevor Du nachschaust. Erstens die Uhrzeit: Wurdest Du während der Sommerzeit geboren, musst Du eine Stunde abziehen. Zweitens das Geburtsjahr, das nicht am 1. Januar wechselt, sondern erst zum chinesischen Neujahr.
Am Ende stehen vier Tiere statt eines einzigen und damit vier Blickwinkel auf dieselbe Person. Darin liegt der Reiz dieses Systems: Es beschreibt Dich als Zusammenspiel, nicht als Etikett. Die verschiedenen Horoskopformen findest Du unter Horoskope.