Die Statistik von 2008: was untersucht wurde und was herauskam
2008 erschien eine der umfangreichsten statistischen Untersuchungen, die je zur Astrologie unternommen wurden. Sie verdient eine nüchterne Darstellung, weil sie in beide Richtungen überzogen dargestellt wird.
Der Aufbau
Untersucht wurde, ob sich zwischen dem Sonnenzeichen und messbaren Lebensumständen ein Zusammenhang zeigt. Die Datengrundlage umfasste mehrere Millionen Datensätze aus amtlichen Quellen — Berufswahl, Heiratsverhalten, Krankheitsstatistiken, Unfallzahlen, Kriminalstatistik.
Der Ansatz war damit denkbar breit: nicht ein Deutungsversuch an Einzelfällen, sondern die Frage, ob über sehr große Zahlen hinweg eine Abweichung vom Zufall bleibt.
Die Ergebnisse
In einigen Bereichen zeigten sich statistisch auffällige Abweichungen — etwa bei der Verteilung bestimmter Berufe über die Sonnenzeichen und bei Heiratsneigungen zwischen bestimmten Zeichen. Die Effekte waren klein, aber bei diesen Fallzahlen nicht zufällig zu erklären.
In anderen Bereichen zeigte sich nichts.
Die Einwände
Sie sind ernst zu nehmen, und wer die Untersuchung anführt, sollte sie kennen:
- Der Jahreszeiteneffekt. Das Sonnenzeichen ist eine Angabe über den Geburtsmonat. Es ist gut belegt, dass der Geburtsmonat mit einer Reihe von Merkmalen zusammenhängt — über Schuleintrittsalter, Infektionslagen und Ernährung in der Schwangerschaft. Eine Abweichung nach Sonnenzeichen kann also eine Abweichung nach Jahreszeit sein.
- Vielfachprüfung. Wer sehr viele Merkmale gegen zwölf Zeichen prüft, findet auffällige Werte allein aus statistischen Gründen. Entscheidend ist, ob die Prüfungen vorab festgelegt wurden.
- Nur ein Faktor. Untersucht wurde die Sonne. Astrologische Deutung beruht auf Planeten, Häusern, Aspekten und Würden — die Untersuchung prüft damit etwas, das Astrologen selbst für unzureichend halten.
Was daraus folgt
Der letzte Punkt schneidet in beide Richtungen, und darin liegt der eigentliche Wert der Sache.
Astrologen können ein negatives Ergebnis mit dem Hinweis zurückweisen, es sei nur die Sonne geprüft worden. Dann müssen sie aber sagen, welche Prüfung sie gelten ließen — und das heißt: eine Aussage formulieren, die aus dem vollständigen Horoskop folgt, vorab festgelegt ist und scheitern kann.
Solange das nicht geschieht, ist die Sache unentschieden, und keine Seite kann sich auf diese Untersuchung berufen.
Verwandt: das persönliche Horoskop — was daran berechnet und was gedeutet wird.