Sternzeichen Jungfrau
Die Jungfrau ist das sechste Zeichen des Tierkreises, vom 23. August bis etwa zum 22. September.
Die Einordnung
- Element: Erde — kalt und trocken, am Stofflichen
- Qualität: veränderlich — am Ende der Jahreszeit, übergehend
- Herrscher: Merkur
- Erhöhung: ebenfalls Merkur
- Exil: Jupiter · Fall: Venus
Die Jungfrau ist das einzige Zeichen, in dem derselbe Planet zugleich Herrscher und erhöht ist. Merkur steht hier so stark, wie ein Planet stehen kann — und das prägt das Zeichen vollständig: unterscheiden, prüfen, im Einzelnen genau sein.
Dass Jupiter hier im Exil und Venus im Fall steht, gehört dazu: das Großzügige und das Nachsichtige haben es in einem Zeichen schwer, dessen Sache die Unterscheidung ist.
Was überliefert ist
Genauigkeit, Dienstbereitschaft, ein Blick für das, was nicht stimmt, Zurückhaltung im Urteil über sich selbst. Die Kehrseite: Kleinlichkeit, Sorge, Unzufriedenheit mit dem, was gut genug wäre.
Zum „Archetyp des Mangels“
Die Jungfrau wird in moderner Literatur gern mit einem Mangelgefühl in Verbindung gebracht — dem Empfinden, dass etwas noch nicht genügt.
Der Gedanke ist nicht abwegig, aber er verwechselt zwei Dinge. Was die Technik beschreibt, ist ein Zeichen, dessen Sache das Unterscheiden ist. Wer unterscheidet, sieht Unterschiede — auch zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte. Ob daraus ein Mangelgefühl wird, entscheidet nicht das Zeichen, sondern der Zustand des Merkur und das übrige Horoskop.
Das ist der allgemeine Vorbehalt gegen Archetypen-Sprache: Sie beschreibt Bedeutung, nicht Zustand — und für die Deutung zählt der Zustand. Ein starker Merkur in der Jungfrau ist etwas anderes als ein verbrannter im zwölften Haus, und beide sind derselbe Archetyp.
Das Sonnenzeichen allein
Es ist ein Achtel des Bildes. Der Aszendent, die übrigen Planeten und die Häuser gehören dazu.
Verwandt: alle zwölf Zeichen, Archetypen in der Astrologie.