Horoskopanalysen

Typologie der Sternzeichen: wie aus drei Bausteinen zwölf Charaktere werden

Eine Typologie ist nichts Geheimnisvolles. Sie ist ein Ordnungsversuch: Man sucht sich wenige Merkmale, die sich sauber voneinander unterscheiden lassen, kombiniert sie und schaut, welche Muster dabei entstehen. Die Astrologie macht das seit sehr langer Zeit und kommt auf zwölf Typen, die Du alle unter den Namen der Tierkreiszeichen kennst.

Spannend wird die Sache erst, wenn Du nicht bei den Namen stehen bleibst, sondern fragst, wie diese zwölf Typen zustande kommen. Sie entstehen aus drei Bausteinen, und wenn Du die verstanden hast, brauchst Du keine Eigenschaftslisten mehr auswendig zu lernen.

Drei Bausteine ergeben zwölf Kreuzungen

Der erste Baustein ist das Element: Feuer, Erde, Luft oder Wasser. Der zweite ist die Qualität, manchmal auch Modus genannt: kardinal, fix oder veränderlich. Vier mal drei macht zwölf, und jede dieser Kreuzungen kommt im Tierkreis genau einmal vor. Es gibt nur ein festes Feuerzeichen, nur ein kardinales Wasserzeichen, nur ein veränderliches Erdzeichen. Daher kommt die Trennschärfe dieser Einteilung: Kein Zeichen lässt sich mit einem anderen verwechseln, weil keine zwei dieselbe Kreuzung besetzen.

Der dritte Baustein ist der Planet, der dem Zeichen zugeordnet ist. Er gibt der Kreuzung eine Handschrift. Einige Planeten regieren zwei Zeichen, und die Ergebnisse klingen trotzdem sehr verschieden: Merkur herrscht sowohl über die Zwillinge als auch über die Jungfrau – beide veränderlich, das eine aber ein Luft-, das andere ein Erdzeichen. Venus regiert Stier und Waage, die sich gleich in beiden übrigen Bausteinen unterscheiden.

Das Element beschreibt den Grundstoff

Feuer meint Antrieb und Ausstrahlung, Erde meint Greifbarkeit und Geduld, Luft meint Abstand und Sprache, Wasser meint Durchlässigkeit und Gedächtnis. Ausführlicher steht das bei den vier Elementen.

Die Qualität beschreibt den Gang

Die Qualitäten hängen an den Jahreszeiten. Kardinale Zeichen stehen an deren Anfang: Sie eröffnen, stoßen an, übernehmen die erste Bewegung. Feste Zeichen stehen in der Mitte, wo eine Jahreszeit ganz bei sich ist: Sie halten, bewahren, geben ungern nach. Veränderliche Zeichen stehen am Übergang, wo das Nächste schon durchscheint: Sie vermitteln, passen an, halten sich mehrere Möglichkeiten offen.

Der Herrscher gibt den Ton

Mars klingt anders als Venus, Saturn anders als Jupiter. Welcher Planet wofür steht, kannst Du bei den Planeten nachlesen. Für die Typologie genügt vorerst die Faustregel: Der Herrscher sagt, mit welchem Mittel ein Zeichen seine Sache angeht.

Die zwölf Kreuzungen in Kurzform

Was eine Typologie leisten kann und was nicht

Solche Kurzporträts beschreiben eine Neigung, kein Verhalten. Zwei Menschen mit demselben Sonnenzeichen können einander vollkommen unähnlich sein, weil bei jedem noch der Mond, der Aszendent und die Stellung der übrigen Planeten dazukommen. Das Sonnenzeichen ist ein Faktor unter vielen, wenn auch ein gut hörbarer.

Listen, die jedem Zeichen eine einzige Eigenschaft zuweisen, machen Spaß, drehen die Sache aber um: Sie beginnen beim Etikett und suchen anschließend jemanden, der dazu passt. Der Weg über die Bausteine funktioniert andersherum. Du siehst Dir Element, Qualität und Herrscher an und leitest daraus ab, welche Reaktion naheliegt.

Wie Du die Typologie im Alltag benutzt

Am meisten hast Du davon, wenn Du sie als Beschreibungssprache nimmst und nicht als Urteil. Sie hilft beim Formulieren, warum Dich bestimmte Arbeitsweisen anstrengen und andere nicht, warum Dich eine Sorte Mensch zuverlässig reizt und eine andere beruhigt. Sobald sie zur Ausrede wird, hat sie ihren Zweck verfehlt: Ein Zeichen erklärt eine Neigung, es entschuldigt keine Unart. Eine Übersicht über alle Zeichen findest Du unter Sternzeichen, den größeren Zusammenhang unter Astrologie.