Horoskopanalysen

Steinbock: was neben der Sonne schon feststeht

· Horoskop

Steinbock heißt zunächst nur eines: Deine Sonne stand bei Deiner Geburt in diesem Zeichen, also in dem Abschnitt des Tierkreises, den sie im tiefsten Winter durchläuft. Das ist eine einzige Angabe aus einem Geburtsbild, und die meisten Texte behandeln sie, als wäre damit alles gesagt. Dabei folgt aus dieser einen Angabe mehr, als in den Porträts steht — und zwar rein rechnerisch. Zwei Planeten können bei Dir gar nicht überall stehen.

Für Deinen Merkur bleiben drei Zeichen

Merkur läuft innerhalb der Erdbahn. Von der Erde aus gesehen kann er sich deshalb nie weit von der Sonne entfernen: Mehr als rund 28 Grad gibt seine Bahn nicht her. Am Himmel zeigt er sich darum nur kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang, die übrige Zeit verschwindet er im Licht der Sonne.

Für ein Geburtsbild hat das eine harte Folge. Steht Deine Sonne im Steinbock, bleiben für Deinen Merkur drei Möglichkeiten: Schütze, Steinbock oder Wassermann. Ein Merkur im Stier, in der Waage oder in der Jungfrau ist bei Dir ausgeschlossen, und dazu muss niemand etwas nachrechnen.

Für Deine Venus bleiben fünf

Venus hat mehr Spielraum, unbegrenzt ist er trotzdem nicht: Ihr größter Abstand zur Sonne liegt bei etwa 47 Grad. Als Steinbock kannst Du sie also im Skorpion haben, im Schützen, im Steinbock, im Wassermann oder in den Fischen — fünf Zeichen, die alle in derselben Ecke des Kreises liegen. Eine Venus im Löwen oder in der Jungfrau kommt bei Dir nicht vor.

Nachsehen lässt sich das am Himmel selbst. Beide zeigen sich nur in der Dämmerung, Merkur kurz und knapp über dem Horizont, Venus für ein paar Stunden und weithin sichtbar. Mitten in der Nacht ist keiner von beiden zu finden, und der Grund dafür ist derselbe, aus dem Dein Geburtsbild ihnen nur wenige Zeichen offenlässt.

Warum zwei Steinböcke verschieden denken

Diese drei Merkurstellungen sind keine Kleinigkeit, denn Merkur beschreibt, wie jemand denkt, redet und sich eine Sache zurechtlegt. Setz drei Steinböcke an dieselbe Aufgabe: Der eine fängt beim größeren Bild an, der zweite bei den Kosten, der dritte bei dem Punkt, an dem die Sache seiner Meinung nach nicht stimmt. Am Ende können alle drei zum selben Ergebnis kommen; in der Beschreibung des jeweils anderen würde sich trotzdem keiner wiedererkennen.

Daher kommt es, dass Dir manche Steinbock-Beschreibung fremd vorkommt, obwohl sie ordentlich gemacht ist. Beschrieben wird dort die Sonne. Wie Du an eine Sache herangehst, hängt daneben an einem Planeten, der bei drei Steinböcken in drei verschiedenen Zeichen sitzen kann.

Was völlig offenbleibt

Damit ist die Grenze dessen erreicht, was sich aus dem bloßen Geburtsdatum ergibt. Alles Weitere steht frei.

Der Mond kann bei einem Steinbock in jedem der zwölf Zeichen stehen; er wechselt gut alle zwei Tage, und an manchen Tagen entscheidet erst die Uhrzeit darüber, in welchem er steht. Der Aszendent hängt ohnehin an der Minute — er läuft im Lauf eines Tages einmal durch den ganzen Kreis, im Schnitt alle zwei Stunden ein Zeichen weiter. Und die langsamen Planeten hängen am Jahrgang: Bei zwei Steinböcken, deren Geburtstage zwölf Jahre auseinanderliegen, steht Jupiter fast an derselben Stelle des Tierkreises, Saturn dagegen ganz woanders.

Die Uhr Deines Herrschers

Dem Steinbock ist Saturn zugeordnet, der langsamste der klassischen Planeten: Für ein einziges Zeichen braucht er etwa zweieinhalb Jahre, für den ganzen Kreis knapp dreißig. Daraus folgt etwas sehr Praktisches. Ein Wochentext lebt von dem, was sich in sieben Tagen ändert, also vor allem vom Mond, von Merkur, von Venus und von der Sonne. Bei Deinem Herrscher ändert sich in einer Woche fast nichts, und deshalb kommt er dort kaum vor.

Das ist keine Schwäche des Zeichens, sondern ein Unterschied der Zeitmaße: Die Woche gehört den schnellen Stellungen, die Jahre den langsamen. Wo Dein Merkur und Deine Venus wirklich stehen, zeigt Dir jede Berechnung Deines Geburtsbildes in Sekunden. Was ein einzelner Himmelskörper im Bild bedeutet, liest Du bei den Planeten nach; warum die Uhrzeit über den größeren Teil entscheidet, beim Aszendenten; die elf anderen Zeichen stehen unter Sternzeichen.