Die fünf Schlangen: was das Element des Jahres verändert
Wer im Jahr der Schlange geboren ist, hat damit erst die halbe Auskunft. Die andere Hälfte steckt im Element des Jahres, und das ist bei jeder Schlange ein anderes. Eine Schlange von 1965 und eine von 1989 teilen das Tier und sonst ziemlich wenig.
Warum keine Schlange der anderen gleicht
Dass der chinesische Kalender aus zehn Himmelsstämmen und zwölf Erdzweigen gebaut ist und sich erst nach sechzig Jahren wiederholt, steht unter chinesische Astrologie. Für die Schlange folgen daraus zwei Dinge, die selten dazugesagt werden.
Das erste ist eine Rechnung, die nicht aufgeht: Zehn Stämme und zwölf Zweige ergäben hundertzwanzig Paare, tatsächlich gibt es sechzig. Beide Reihen rücken gleichzeitig weiter, und weil in beiden ein aktives und ein aufnehmendes Glied einander abwechseln, trifft ein aktiver Stamm immer auf einen aktiven Zweig. Die Hälfte der denkbaren Paare kommt nie vor.
Das zweite betrifft die Schlange selbst. Sie steht an sechster Stelle der Zweige, also an einer geraden, und ist damit durchgehend aufnehmend, yin; sie nimmt also immer die verhaltene Form ihres Elements an. Das ist einer der Gründe, warum sie in allen fünf Varianten eher nach innen wirkt als nach außen.
Die letzte Ziffer verrät das Element
Weil die zehn Stämme in fester Reihenfolge laufen, lässt sich das Element eines Jahres an der letzten Ziffer der Jahreszahl ablesen: 0 und 1 stehen für Metall, 2 und 3 für Wasser, 4 und 5 für Holz, 6 und 7 für Feuer, 8 und 9 für Erde. Die gerade Ziffer ist jeweils die aktive Form, die ungerade die aufnehmende. Weil die Schlange yin ist, trägt jedes Schlangenjahr eine ungerade Endziffer.
Ein Vorbehalt: Die Regel gilt für das chinesische Jahr, nicht für das bürgerliche. Das Neujahrsfest fällt zwischen den 21. Januar und den 20. Februar, und ein Teil der Schulen rechnet ohnehin erst ab dem Frühlingsbeginn um den 4. Februar. Wer in diesen Wochen geboren ist, gehört häufig noch ins Vorjahr und sieht das genaue Datum besser nach.
Die fünf Schlangen und ihre Jahre
Der Zweig der Schlange steht selbst für die Phase Feuer. Interessant ist deshalb jedes Mal, wie sich das Element des Stammes zu diesem Feuer verhält.
Metall-Schlange, 1941 und 2001. Schärfer umrissen als die übrigen, mit klaren Maßstäben und wenig Geduld für Halbheiten. Feuer schmilzt Metall: Hier sitzt eine Reibung, die von außen gern als Strenge gelesen wird.
Wasser-Schlange, 1953 und 2013. Durchlässiger, aufmerksamer für Stimmungen, im Urteil beweglicher. Wasser dämpft das Feuer des Zweigs. Das nimmt Schärfe heraus und macht es zugleich schwerer, sich abzugrenzen.
Holz-Schlange, 1965 und 2025. Zugewandter als die anderen vier, an Wachsen und Aufbauen interessiert. Holz nährt Feuer – von den fünf Verbindungen die gutmütigste.
Feuer-Schlange, 1977. Stamm und Zweig tragen dasselbe Element, und das ist zu merken: mehr Wärme, mehr Auftritt, mehr Ungeduld als bei jeder anderen Schlange. Die nächste dieser Art fällt auf 2037.
Erd-Schlange, 1989. Die bodenständigste von allen. Entscheidungen brauchen länger und halten dafür; das Feuer des Zweigs stützt die Erde des Stammes, statt gegen sie zu arbeiten.
Wie weit das trägt
Eine Jahresangabe beschreibt einen Jahrgang, keinen Menschen. Alle, die im Schlangenjahr 2013 zur Welt kamen, sind Wasser-Schlangen; auseinander gehen sie erst in den Paaren für Monat, Tag und Stunde, die in einer ausführlichen Deutung dazukommen.
Und die Elementzuschreibung beschreibt eine Färbung, keine Festlegung. Sie sagt, in welcher Tonart ein Muster gespielt wird, nicht, welches Stück. Zu den Namen noch: Die vier Elemente der westlichen Tradition heißen teilweise gleich, meinen aber etwas anderes – dort feste Bausteine der Zeichen, hier Phasen, die ineinander übergehen.