Warum die Sternzeichen sich für alles hergeben
Es gibt Sternzeichen-Listen für Unterwäsche, für Haustiere, für Urlaubsziele, für Kaffeesorten. Sie funktionieren alle, und es lohnt zu verstehen warum — denn der Grund sagt etwas über die Grenzen der populären Astrologie.
Das Verfahren
Man nehme ein beliebiges Gebiet mit hinreichend vielen Varianten. Man ordne die zwölf Zeichen so zu, dass die groben Klischees passen: dem Widder das Auffällige, dem Stier das Behagliche, der Jungfrau das Ordentliche, dem Skorpion das Dunkle.
Das Ergebnis wirkt stimmig. Es wirkt immer stimmig, bei jedem Gebiet.
Warum es immer aufgeht
Zwei Gründe, und beide sind gut untersucht.
Die Zuordnung ist nicht prüfbar. Es gibt keinen Weg festzustellen, ob dem Widder wirklich Rot zusteht. Eine Behauptung, die nicht falsch sein kann, fühlt sich nie falsch an.
Die Beschreibungen sind weit genug. „Sie mögen es bequem, aber bei besonderen Anlässen darf es auch etwas Aufwendigeres sein“ trifft auf fast jeden zu. Das ist der Barnum-Effekt, und er trägt die gesamte Gattung. Siehe warum eine Deutung treffend wirkt.
Was das mit Astrologie zu tun hat
Weniger, als der Name suggeriert — und das ist der Punkt.
Solche Listen benutzen ausschließlich das Sonnenzeichen, also die Stellung eines einzigen Planeten, ohne Aszendent, ohne Häuser, ohne den Zustand irgendeines Planeten. Sie verwenden vom astrologischen Handwerk genau nichts außer den zwölf Namen.
Das ist kein Grund zur Empörung — es ist Unterhaltung, und als solche harmlos. Es ist aber ein Grund, sie nicht für einen Beleg zu halten, in keiner der beiden Richtungen: Dass eine Dessous-Liste nicht stimmt, sagt über die Astrologie ebenso wenig aus wie dass sie stimmt.
Was die Technik tatsächlich hergibt, steht unter das persönliche Horoskop — und was sie nicht hergibt, steht dort ebenfalls.