Horoskopanalysen

Der Büffel im chinesischen Tierkreis

Chou heißt der zweite Erdzweig des chinesischen Zyklus; bei uns läuft er unter Büffel, gelegentlich auch unter Ochse. Zu ihm gehören die Geburtsjahre 1925, 1937, 1949, 1961, 1973, 1985, 1997, 2009 und 2021. Diese Liste gilt allerdings mit Vorbehalt: Wer zwischen Neujahr und Mitte Februar Geburtstag hat, sollte die Zuordnung nachrechnen lassen, denn in diesem Fenster liegt die Grenze zum vorangehenden Tier – und wo genau, beantworten die Schulen verschieden.

Der Zweig Chou im Überblick

Erde gehört in dieser Ordnung zu den Übergängen zwischen den Jahreszeiten. Der Büffel steht genau an einer solchen Naht: Der Winter ist noch nicht vorbei, der Frühling noch nicht da. Es ist die Zeit, in der oberirdisch nichts geschieht und unter der Erde schon alles vorbereitet wird.

Was diese Position besagt

Die Doppelstunde sagt dasselbe noch einmal. Ein bis drei Uhr nachts: tiefste Ruhe, kein Publikum, nichts Vorzeigbares. Der Büffel bekommt in diesem System den Platz dessen, was trägt, ohne gesehen zu werden – der Boden unter dem Feld, die Arbeit vor dem Ergebnis.

Daraus folgt auch das Tempo. Langsamkeit ist hier keine Schwäche, sondern die Bauweise der Sache selbst. Wer diesen Platz einnimmt, kommt nicht schnell voran, hält aber eine Richtung länger durch als jeder andere Zweig. Umgekehrt wird alles teuer, was plötzlich umgestellt werden muss.

Warum ausgerechnet der Zweite

Zur Reihenfolge der Tiere gehört eine Erzählung, die in China jedes Kind kennt: Ein Wettlauf entscheidet darüber, wer in den Kalender aufgenommen wird und an welcher Stelle. Der Büffel läuft die ganze Nacht durch, gleichmäßig und ohne Pause, und liegt kurz vor dem Ziel vorn. Die Ratte ist die ganze Strecke auf seinem Rücken mitgefahren und springt im letzten Moment ab.

Am System erklärt die Geschichte nichts. Sie trifft aber genau, was diesem Zweig zugeschrieben wird: Wer so arbeitet, kommt verlässlich an – und bemerkt zu spät, dass die Aufmerksamkeit anderswo gelandet ist.

Schlange, Hahn und das Schaf

Ein Ratschlag aus älteren Büchern lautet, ein Büffel solle sich seinen Partner unter Schlangen und Hähnen suchen und einen Bogen um Schafe machen. Dahinter steht keine Partnerempfehlung, sondern der Bau des Zyklus. Je drei Zweige, die im Kreis vier Plätze auseinanderliegen, bilden eine Dreiergruppe und verbinden sich zu einer Wandlungsphase; Schlange, Hahn und Büffel ergeben zusammen Metall.

Innerhalb einer solchen Gruppe hat jeder Zweig eine andere Aufgabe. Einer bringt die Phase hervor, einer trägt ihren Höhepunkt, einer schließt sie ab und bewahrt sie auf. Dem Büffel fällt der dritte Platz zu: Das Metall ist bei ihm nicht im Aufbruch, sondern eingelagert – ein weiteres Bild für dasselbe Thema.

Gegenüber steht das Schaf, und das Bemerkenswerte daran ist, dass beide Erde tragen und sich trotzdem nicht vertragen. Die eine Erde liegt feucht und kalt am Ende des Winters, die andere trocken und heiß am Ende des Sommers. Solche Verhältnisse beschreiben, wie sich Kräfte in einem Geburtsbild stützen oder blockieren. Auf Menschen übertragen heißt das höchstens: Mit dem einen läuft es leichter, mit dem anderen reibt es. Eine Vorschrift, wen Du heiraten sollst, war damit nie gemeint.

Das überlieferte Bild vom Büffel

Zugeschrieben werden ihm Ausdauer, Verlässlichkeit und ein methodisches Vorgehen. Er plant, bevor er anfängt, und was er zusagt, gilt. Verantwortung nimmt er eher an, als dass er sie abgibt; Führung fällt ihm leichter als Gefolgschaft.

Die Kehrseite steckt schon in der Redensart vom sturen Ochsen. Rechthaberei, wenig Nachsicht mit Menschen, die improvisieren oder ihre Meinung ändern, und ein Hang dazu, eine einmal getroffene Festlegung nicht mehr anzufassen. Wer sich früh festlegt und spät korrigiert, hört in der Zwischenzeit schlechter zu. Die Überlieferung rät dem Büffel deshalb, öfter erst einmal abzuwarten, bevor er antwortet.

Was Du mit dem Jahrestier anfangen kannst

Für sich allein genommen wenig. Der Zweig fasst ein Zwölftel aller Menschen nach dem Geburtsjahr zusammen, und alles, was in der Deutung wirklich Gewicht hat, steht anderswo: beim Stamm, der zu diesem Zweig gehört, und bei den Angaben für Monat, Tag und Stunde. Wie das Gerüst aufgebaut ist und worin es sich von der westlichen Deutung unterscheidet, steht bei der chinesischen Astrologie.

Als Einstieg taugt er trotzdem, weil er zeigt, in welcher Sprache dieses System spricht. Nicht in Eigenschaftslisten, sondern in Jahreszeiten, Tageszeiten, Himmelsrichtungen und Verhältnissen zwischen Plätzen im Kreis. Wer beides nebeneinanderlegen möchte, findet die westliche Seite unter Sternzeichen.