Horoskopanalysen

Das Schwein: Wasser außen, verborgen Holz

Jeder der zwölf Erdzweige trägt eine der fünf Wandlungsphasen im Namen und birgt außerdem einen oder mehrere Stämme, von denen im Namen nichts steht. Beim Schwein, dem zwölften und letzten Zweig, ist die offene Phase Wasser, und verborgen liegt darin Holz. Aus dieser doppelten Ausstattung erklärt sich fast alles, was die Überlieferung über die Bezüge dieses Zeichens zu den anderen sagt.

Wasser mit Holz darin

Das Schwein steht für den Frühwinter und für die Doppelstunde von einundzwanzig bis dreiundzwanzig Uhr: die Zeit, in der der Tag zu Ende geht und noch nichts Neues angefangen hat. Seine Phase ist Wasser, das Innehalten. Eingelagert darin liegt Holz, und Holz gehört zum Frühling. Ein Zweig also, dessen sichtbare Lage Ruhe heißt und der im Inneren bereits etwas mit sich führt, was erst Monate später an der Reihe ist.

Die folgenden Verhältnisse bestehen zwischen Kalenderzeichen. Gelesen werden sie zwischen den vier Zweigen eines einzigen Geburtsbildes, also zwischen Jahr, Monat, Tag und Stunde.

Hase und Ziege: warum ausgerechnet diese zwei

Schwein, Hase und Ziege gelten zusammen als Holz. Für das Schwein wirkt das zunächst befremdlich, denn seine eigene Phase ist Wasser — bis man sich an den verborgenen Stamm erinnert. Genau dort sitzt das Holz, und im Schwein sitzt es am Anfang: noch nicht sichtbar, aber vorhanden. Beim Hasen, im Vollfrühling, steht dasselbe Holz obenauf; bei der Ziege am Sommerende ist es abgelegt und verwahrt. Die Gruppe beschreibt damit einen Verlauf und keine Ähnlichkeit der drei Tiere.

Der Tiger, der dasselbe offen trägt

Neben den Dreiergruppen kennt die Überlieferung sechs Paare, und das Schwein ist mit dem Tiger gepaart. Auch dieser Bezug kommt aus dem Inneren des Zweigs: Der Tiger steht am Anfang des Frühlings und trägt Holz offen, das Schwein trägt es verdeckt. Von der Verbindung heißt es, aus ihr gehe Holz hervor — eben die Phase, die im Schwein ohnehin schon liegt. Bemerkenswert ist, wo die beiden im Jahr sitzen: am Anfang des Winters und am Anfang des Frühlings, also an den beiden Enden derselben Ruhezeit.

Die Schlange auf der Gegenseite

Sechs Plätze weiter, genau auf der anderen Seite des Kreises, steht die Schlange. Das chinesische Wort für dieses Verhältnis bedeutet Stoß oder Zusammenprall. Wasser trifft auf Feuer, Frühwinter auf Frühsommer, einundzwanzig Uhr auf neun Uhr morgens: zwei Lagen, die einander nicht stützen. Gedeutet wird so ein Bezug eher als Bewegung denn als Unglück — Aufbruch, Ortswechsel, etwas, das nicht liegen bleibt. Und auch hier lohnt der zweite Blick nach innen: In der Schlange steckt unter anderem Metall, und Metall bringt Wasser hervor. Selbst der schärfste der fünf Bezüge ist nicht aus einem Guss.

Der Affe, und warum die Listen einander widersprechen

Eine weitere Aufstellung führt je zwei Zweige als Schaden zusammen; für das Schwein steht dort der Affe. Gerade dieses Paar zeigt, dass solche Listen sich nicht aus der Phasenlehre herleiten lassen. Der Affe trägt Metall, Metall bringt Wasser hervor — nach den Phasen ein durchaus freundliches Verhältnis. Die Überlieferung führt die beiden dennoch als Störung unter einer Oberfläche, auf der alles zu stimmen scheint. Welche der beiden Auskünfte in einem wirklichen Bild den Ausschlag gibt, entscheidet nicht die Liste, sondern das Übrige.

Zweimal derselbe Zweig

Vier Zweige gelten als solche, die sich mit sich selbst schlecht vertragen; das Schwein ist einer davon. Gemeint ist nicht Verstärkung, sondern Stau: dieselbe Lage ein zweites Mal, ohne dass etwas hinzukäme, das sie in Bewegung brächte. Bei einem Zeichen, dessen ganzes Bild das Zurückhalten ist, liegt diese Vorstellung nahe.

Wohin die fünf Bezüge zeigen

Legt man sie nebeneinander, fällt eine Richtung auf. Die Dreiergruppe macht das Schwein zum Ausgangspunkt des Holzes. Aus dem Paar mit dem Tiger geht wieder Holz hervor. Und selbst Schlange und Affe rühren an dieselbe Stelle, weil das Wasser dieses Zweigs genau der Stoff ist, aus dem Holz entsteht. Der letzte Zweig des Zyklus ist also durchweg auf das bezogen, was nach ihm kommt — passend für einen Zeitraum, in dem oberirdisch nichts geschieht. Der Aufbau aus zehn Stämmen und zwölf Zweigen ist unter chinesische Astrologie beschrieben.