Horoskopanalysen

Der Büffel und sein Element

· Ochse

Zwei Menschen, beide im Zeichen des Büffels geboren, der eine 1961, die andere 1973 — und im chinesischen System stehen sie trotzdem nicht am selben Platz. Ein Jahr wird in diesem Kalender nämlich mit zwei Angaben bezeichnet: unten das Tier, oben ein Himmelsstamm, an dem die Wandlungsphase hängt. Der Büffel ist nur die untere Hälfte der Angabe. Die obere entscheidet mit.

Das Element wechselt jedes Jahr

In populären Darstellungen liest man oft, das Element gehöre zum Tier oder springe mit ihm weiter. Das stimmt nicht. Zehn Himmelsstämme und zwölf Erdzweige laufen nebeneinanderher, und beide Reihen rücken Jahr für Jahr um genau einen Platz vor. Jedes neue Jahr bringt also einen neuen Stamm; die fünf Wandlungsphasen wechseln sich darin ab, jede mit einer festeren und einer weicheren Ausprägung.

Weil zehn und zwölf erst bei sechzig zusammenkommen, dauert es sechzig Jahre, bis dieselbe Paarung wiederkehrt. Der Büffel selbst kommt alle zwölf Jahre, aber jedes Mal unter einem anderen Stamm. Fünf Durchgänge, fünf Büffel — dann beginnt die Reihe von vorn.

Die fünf Büffel

Danach geht es im Sechzigerschritt weiter: Der Holz-Büffel kehrt 2045 wieder, der Feuer-Büffel 2057. Alle fünf tragen die weichere Ausprägung ihrer Phase, und das ist keine Deutung, sondern Rechenwerk — der Büffel ist der zweite der zwölf Zweige, und Zweige mit gerader Nummer treffen immer auf Stämme mit gerader Nummer. Wer im Januar oder im Februar Geburtstag hat, lässt die Zuordnung allerdings besser nachrechnen: In diesen Wochen verläuft die Jahresgrenze, und die Schulen ziehen sie unterschiedlich. Den Aufbau des Kalenders findest Du bei der chinesischen Astrologie.

Was der Stamm mit dem Zweig anstellt

Der Zweig Büffel trägt selbst die Phase Erde. Aufschlussreich wird eine Paarung deshalb erst im Verhältnis der beiden Hälften zueinander, denn jede Phase bringt eine andere hervor und beherrscht eine dritte.

Beim Feuer-Büffel nährt der Stamm den Zweig, denn Feuer bringt Erde hervor: Wärme über einem Boden, der ohnehin am Ende des Winters liegt. Beim Erd-Büffel steht dieselbe Phase zweimal übereinander — das Thema ohne Gegengewicht, am stabilsten und am schwersten zu bewegen. Beim Metall-Büffel gibt der Zweig nach oben ab, weil Erde das Metall hervorbringt: Der Boden arbeitet hier für etwas, das über ihm steht. Beim Wasser-Büffel drückt der Zweig auf den Stamm, weil Erde das Wasser beherrscht. Und beim Holz-Büffel drückt es umgekehrt, denn Holz beherrscht Erde.

Die Wörter nähren und beherrschen klingen dramatischer, als sie gemeint sind. Sie beschreiben, wie sich Kräfte in einem Bild gegenseitig stützen oder ausbremsen — nicht, was einem Menschen widerfährt.

Warum der sechzigste Geburtstag zählt

Der Sechzigerzyklus ist kein astrologischer Sonderweg, sondern die gewöhnliche Art, in Ostasien Jahre zu zählen. Er erklärt auch, warum der sechzigste Geburtstag dort traditionell groß begangen wird: An ihm kehrt zum ersten Mal die Kombination des Geburtsjahres zurück. Ein Leben hat dann eine volle Runde des Kalenders hinter sich.

Praktisch heißt das: Wenn jemand sagt, er sei ein Büffel, hast Du erst die eine Hälfte der Angabe. Die andere kostet nichts als einen Blick auf den Jahrgang — und sie trennt fünf Büffel, die in der Deutung deutlich auseinanderliegen. Der Kalender wiederholt sich langsamer, als die zwölf Tiere vermuten lassen.